Als wir Anfang der 2000er Jahre noch in Karlsruhe wohnten, stolperten wir irgendwann, 300m entfernt am Gutenbergplatz, über das „Blüthners“. Ein Ehepaar, beide über 60, dass ein kleines Restaurant mit vielleicht 20 Plätzen betrieb. „Gutbürgerliche Küche“. Aber fein. Sehr fein.
Hervorragende Produkte, die auf dem Teller zu einem Gericht wurden. Rindsrouladen, Kalbsnierchen, Königsberger Klopse. Alles mit nem Twist. „Er“ konnte das.
Sehr gerne da gewesen, gerne auch mehr als nur einen Gang. Auch großartige Desserts, die „Sie“ machte.
Weil wir so oft und meistens auch sehr spät da waren, die letzten Gäste, setzten sich die beiden irgendwann an den übernächsten Tisch, um dann selbst zu essen.
Dabei gab es dann keine Stoffservietten, wie bei den Gästen, sondern Blätter von der Küchenrolle.
Wir haben bei den beiden viel gelernt über Essen und Trinken, das Leben, viel abgeschaut (-> Korianderpulver im Balsamico/Olivenöl-Dressing!).
Erst starb „Er“, dann übernahm der Sohn die Küche. Dann schloss das Blüthners.
